Die Forderungsausfalldeckung betrifft nicht, wie der übliche Deckungsumfang einer Privathaftpflichtversicherung, Schäden, die anderen Personen durch Fahrlässigkeit zugefügt wurden. Vielmehr gewährt die Privathaftpflichtversicherung mit der Forderungsausfalldeckung die Übernahme von Kosten, die zur Behebung von eigenen Schäden des Versicherungsnehmers entstehen, die durch andere Personen verursacht wurden. Da viele Menschen noch immer nicht über einen ausreichenden Versicherungsschutz und somit auch nicht über eine eigene Privathaftpflichtversicherung verfügen, sind sie unter Umständen nicht in der Lage, hohe Schadensersatzforderungen für selbst verursachte Schäden zu leisten. Geschädigte haben in einer solchen Situation oft kaum Aussichten, den ihnen entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen. Selbst Pfändungstitel gegen den Verursacher sind meist nicht hilfreich, wenn dieser die finanziellen Mittel für die Schadensbehebung nicht aufbringen kann.

Der Forderungsausfallschutz der eigenen Privathaftpflichtversicherung kommt daher immer dann für die Behebung von Schäden auf, wenn der Verursacher des Schadens aus wirtschaftlichen Gründen nicht dazu in der Lage ist. Damit die Forderungsausfalldeckung eintritt, ist ein Nachweis über die Zahlungsunfähigkeit des Verursachers notwendig. Der Versicherte muss zunächst alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um den Schadensersatz vom Verursacher zu erhalten, bevor die Forderungsausfalldeckung in Anspruch genommen werden kann. Dieser spezielle Versicherungsschutz ist in der Privathaftpflichtversicherung meist in der Höhe begrenzt und tritt erst dann ein, wenn der Schaden einen in den Versicherungsbedingungen festgelegten Mindestbetrag überschreitet.

Die Forderungsausfalldeckung gehört nicht automatisch zum Leistungsumfang der Privathaftpflichtversicherung. Einige Versicherer bieten diesen besonderen Schutz im Rahmen ihrer Versicherungsverträge an, bei anderen ist die Vereinbarung einer Zusatzdeckung für Forderungsausfälle möglich.