Kinder, die noch nicht sieben Jahre alt sind, sind nach den Vorschriften des Bürgerlichten Gesetzbuches nicht deliktfähig. Das bedeutet, dass sie nicht schuldhaft handeln können mit der Folge, dass man sie auch nicht zum Ersatz eines Schadens heranziehen kann, den sie verursacht haben. Eltern kleinerer Kinder sind nur dann zum Schadensersatz verpflichtet, wenn der Schaden nachweislich nur durch eine Verletzung ihrer Aufsichtspflicht entstehen konnte. Für Schäden im Straßenverkehr tritt die Deliktfähigkeit erst mit einem Alter von zehn Jahren ein. Viele Privathaftpflicht-Versicherer berufen sich darauf, dass eine Verpflichtung zum Schadensersatz nicht besteht und kommen daher auch nicht für Schäden auf, die ein deliktunfähiges Kind verursacht hat. Im Fall einer Aufsichtspflichtverletzung durch die Eltern übernimmt die Privathaftpflichtversicherung die Schadensregulierung, da die Eltern für ihre Pflichtverletzung versichert sind.

Insbesondere aber kleinere Kinder sind oft unachtsam oder ungeschickt und können Schäden am Eigentum fremder Personen verursachen, die hohe Folgekosten nach sich ziehen. Eltern fühlen sich trotz einer unter Umständen fehlenden gesetzlichen Schadensersatzpflicht moralisch verpflichtet, für die Beseitigung der Schäden aufzukommen und müssen die Kosten selbst tragen, wenn Schäden, die durch deliktunfähige Kinder verursacht wurden, nicht im Deckungsumfang der Privathaftpflichtversicherung enthalten sind. Die meisten Versicherer haben sich darauf eingestellt und bieten inzwischen die Deckung derartiger Schäden im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung an. Ältere Versicherungsverträge enthalten aber in der Regel diesen Versicherungsschutz nicht. Bei jedem Versicherer besteht aber die Möglichkeit, im Rahmen der Zusatzdeckung gegen einen geringfügig höheren Beitrag auch Schäden zu versichern, die durch deliktunfähige Kinder verursacht wurden.