Nach der Definition liegt ein Vermögensschaden vor, wenn einer Person oder Gruppe ein geldwerter Nachteil entsteht. Wenn es durch die Verursachung eines Schadens also zu Verdienst- oder Einkommensausfällen kommt, dann liegt ein Vermögensschaden vor. In der Privathaftpflichtversicherung sind Vermögensschäden eher die Ausnahme, aber dennoch denkbar. Kann zum Beispiel ein wichtiger Termin infolge eines Schadensfalles nicht wahrgenommen werden und dem Geschädigten entgeht dadurch ein Geschäft, das er in dieser Form später nicht mehr abschließen kann, so liegt ein Vermögensschaden vor, der aber eines exakten Nachweises bedarf, damit der Versicherer ihn ersetzt.

Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht in seinen Regelungen zur Schadensersatzpflicht einen Vermögensschaden nicht vor, vielmehr handelt es sich dabei um einen versicherungsrechtlichen Fachbegriff. Danach ist ein Vermögensschaden bereits dann gegeben, wenn er nicht unmittelbar mit einem Personen- oder Sachschaden im Zusammenhang steht. Typische Vermögensschäden in diesem Sinn sind Verletzungen von Urheber- oder Wettbewerbsrechten oder von Persönlichkeitsrechten. Auch die Falschberatung durch Steuerberater, Rechtsanwälte oder Finanzberater kann zu einem solchen Vermögensschaden führen. Da es sich dabei um Schäden handelt, die in Ausübung eines Berufs entstehen, kommt dafür die Privathaftpflichtversicherung nicht auf.

Eine Schadensersatzforderung, die von der Privathaftpflichtversicherung übernommen wird, ist ein sogenannter unechter Vermögensschaden, der meist als Folge eines Sachschadens oder Personenschadens auftritt und nur selten als separater Schadensfall. Die Deckungssummen für Vermögensschäden sind daher in der Privathaftpflichtversicherung meist geringer, als für Personen- und Sachschäden.