Grundsätzlich handelt es sich bei der Privathaftpflichtversicherung um eine Familienversicherung, mit der alle Familienmitglieder und nicht-eheliche Lebenspartner vor finanziellen Risiken durch Schadensersatz-Verpflichtungen geschützt sind. Zum versicherten Personenkreis zählen auch Adoptiv- und Pflegekinder sowie volljährige Kinder, sofern sie sich noch in der Ausbildung befinden und im Haushalt der Eltern wohnen. Für Single-Haushalte werden von den meisten Versicherern preisgünstige Single-Tarife angeboten. Im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme übernimmt die Privathaftpflichtversicherung alle Kosten zur Behebung eines Schadens, der einer anderen Person zugefügt wurde. Dabei darf es sich nicht um eine Person innerhalb der Familie handeln.

In den Versicherungsleistungen sind Kosten für Personen- und Sachschäden enthalten, sowie für Vermögensschäden. In einem neueren Vertrag über eine Privathaftpflichtversicherung ist in der Regel auch der Ausgleich von Schäden eingeschlossen, die durch deliktunfähige Kinder verursacht wurden. Ältere private Haftpflichtversicherungen schließen diesen Versicherungsschutz aus, sofern nicht den Eltern eine Aufsichtspflichtverletzung nachgewiesen werden kann. Hintergrund dieser Regelung ist die Tatsache, dass ein deliktunfähiges Kind nicht schuldhaft handeln kann und daher auch nicht zum Schadensersatz verpflichtet ist. Eltern kleinerer Kinder fühlen sich meist aber aus moralischen Gesichtspunkten zum Schadensersatz verpflichtet und würden diesen dann selbst bezahlen müssen.

Über den Ersatz von Personen-, Sach- und Vermögensschäden hinaus gehört auch die Abwehr nicht berechtigter Ansprüche zum Leistungsumfang der Privathaftpflichtversicherung. In einem solchen Fall, in dem Ansprüche für einen Schaden geltend gemacht werden, für den nicht das Handeln der versicherten Person oder eines Familienmitgliedes ursächlich ist, wehrt der Versicherer die Forderung auf eigene Kosten notfalls auch gerichtlich ab.